Mit Blick auf den Sterbehilfe-Prozesses fordert der Braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber eine stärkere öffentliche Diskussion über Leid und Sterben. In dem Prozess war ein 26-Jähriger zu drei Jahren Haft verurteilt worden - er hatte seine schwer kranke Mutter getötet, weil er sie von ihrem Leid befreien wollte. Der Tod dürfe nicht aus der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt werden, so Weber. Er könne die Verzweiflung des jungen Mannes verstehen, die Tat selbst sei jedoch nicht zu rechtfertigen.
Leiden und Sterben eines Menschen sei für Angehörige eine extreme Ausnahmesituation. Nach seiner Ansicht sollte jeder Erwachsene beizeiten eine Patientenverfügung verfassen. Sterbehilfe könne aber einzig bei einem unwiderruflich Sterbenden und wenn „die Segnungen moderner Medizin keine Segnungen mehr sind" eine Lösung sein.
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